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Der Wald vor lauter BĂ€umen nicht (Kurzgeschichte)

ORT: Karpaten, irgendwo an der Grenze zwischen RumÀnien und der Ukraine

„Mein Auto fĂ€hrt auch ohne Wald“ gluckste ich, Arbeiter 4314 genannt Alvin.

MĂŒrrisch sah mich mein Kollege an. Da er nicht weiter reagierte, redete ich einfach weiter.

„Kaum zu glauben, dass die frĂŒher solche SprĂŒche auf ihre Autos geklebt haben. Wobei, sie hatten recht. Die damaligen Autos fuhren tatsĂ€chlich ohne Wald. Erst fuhren sie mit Verbrennungsmotoren, spĂ€ter mit Strom, den sie allerdings aus Kohle- und Atomkraft gewonnen hatten.“

„Immerhin fuhren Sie!“ murrte mein Kompagnon, auf dessen Schutzanzug die 9308 stand zurĂŒck.

„Das ist richtig. Aber irgendwann hatten sie so viele Fahrzeuge, dass sie nicht mehr wussten wohin, da sich alles auf den Straßen staute. Außerdem begann nach und nach der Smog. Auf Grund der zunehmenden Lungenerkrankungen Ende des 21. Jahrhunderts konnten einige ĂŒberhaupt nicht mehr aus ihren Wohnungen raus.“

Schweigend gingen wir beide ĂŒber die verdorrte Landschaft der Karpaten. Einst ein stolzes Hochgebirge Europas mit beeindruckenden, fruchtbaren FlusstĂ€lern. Jetzt sah man ĂŒberall nur den Tod. Ohne unsere SchutzanzĂŒge mit Helm, Filtern und kĂŒnstlicher Sauerstoffversorgung wĂŒrden wir keine 5 Minuten ĂŒberleben können. WĂ€hrend wir schwiegen, konnte man dennoch unser schweres Atmen in der Funkverbindung hören. Über uns am Himmel, wo einst die Sonne schien, der Regen nicht tödlich war und vereinzelt Vögel flogen, schwirrten jetzt nur noch Drohnen. Und sie alle hatten nur ein Ziel. Sie wollten Überbleibsel von BĂ€umen finden. Jede noch so kleine lebendige Zelle brauchten wir. Und zwar dringend. Mission Control benötigte sie.

Letzten Monat waren wir in einem grĂ¶ĂŸeren Außentrupp gewesen. In der NĂ€he der ehemals nordeuropĂ€ischen Nadelwaldregion, welches weite Teile von Fennoskandiens umschließt. Dort, wo einst Kiefern, Fichten und Birken wuchsen. Ich erinnerte mich. Als Kind hatte ich mit meinem Opa oft in der holografischen Projektion SpaziergĂ€nge gemacht. Mein Opa, der die WĂ€lder noch in echt erlebt hatte meinte, die Luft und die GerĂŒche wĂ€ren viel intensiver gewesen, als es mit unseren knappen LuftvorrĂ€ten und kĂŒnstlich erzeugten Waldaromen hĂ€tte je erzeugt werden können. Ich konnte mir das gar nicht vorstellen, denn ich kenne von klein auf nur den kĂŒnstlichen Sauerstoff. Aber ich wĂŒnschte, ich hĂ€tte meinem Opa, bevor er starb, noch einmal einen echten gesunden Wald zeigen können.

Von der stolzen nordeuropĂ€ischen Nadelwaldregion war nur noch die hĂŒgelige Landschaft ĂŒbrig. Wir hatten nichts gefunden. Jetzt hier in den Karpaten war unsere letzte Hoffnung. Wir hatten bereits ĂŒberall in Europa gesucht. Die amerikanischen und russischen Teams hatten bereits aufgegeben. Sie hatten sich in ihrer Basis verschanzt und warteten auf Mission Control, dass diese sie endlich aus dem All abholten und sich in ihrer Arche auf den Weg machten, in einem anderen Sonnensystem einen erdĂ€hnlichen Planeten zu finden. Welch‘ aussichtslose Situation. Die Sauerstoffressourcen waren viel zu knapp. Daher die Idee, kĂŒnstliche WĂ€lder anzulegen, die sie ĂŒber viele Generationen hinweg in der Arche mit Sauerstoff versorgten. Es war buchstĂ€blich ein dĂŒnner Grashalm, an dem sie sich klammerten.

Mein Kollege 9308 meldete sich ĂŒber Funk: „Eine Drohne hat etwas in ca. 100 Metern Entfernung von hier entdeckt. Warte, ich schicke es Dir in Dein Helmdisplay rĂŒber!“

TatsĂ€chlich, eine der Drohnen hatte eine biologische Signatur aufgefangen, die dem lebenden Organismus eines Baumes recht nahe kam. Uns genĂŒgten nur wenige Zellen um einen Baum mit Hilfe der anderen Proben auf der Arche zu klonen. Mein Herz raste wie wild. Hoffnung keimte in mir auf. Ich ließ die Navigationssoftware die schnellste Route berechnen, da meldete sich mein Kollege 9308 erneut: „Wir mĂŒssen morgen gehen. Lass uns zur Basis zurĂŒckkehren.“

„Um Himmels willen wieso? Wir haben doch darauf so lange gewartet!“

„Sauerstoff reicht nicht.“

„Was?“ Ich ging die Daten durch. Mist, er hatte recht.

„Sauerstoff reicht nur fĂŒr Hinweg. FĂŒr RĂŒckweg zu knapp!“

„Aber es könnte gehen. Du gehst zurĂŒck zu unserer Basis, tankst Deinen Sauerstoff und den eines Ersatzkanisters auf und holst mich ab!“

„Das ist gegen die Vorschrift. Mindestens zwei Mitarbeiter bei Außenmissionen.“

„Du verstehst nicht. Ich muss da hin. Bis morgen könnten die Zellen abgestorben sein. Ich lasse mich von einer der Drohnen begleiten. Die kann mögliche Gefahren abchecken und meinen Gesundheitszustand analysieren. Wenn irgendetwas sein sollte, holst Du mich ab. Anschließend löschen wir das letzte Protokoll und Mission Control bekommt nichts von dem Regelverstoß mit. Wir können Sie sowieso erst in 12 Stunden wieder kontaktieren.“

Mein Kollege 9308 schwieg eine Weile. Scheinbar wĂ€gte er ab. Dann meinte er: „Gut. Machen wir es so. Gebe Dir Drohne KP-32L mit.“ Er gab etwas ĂŒber die Armbandtastatur seines Anzuges ein. Schließlich bemerkte ich das SchwirrgerĂ€usch und den Schatten der Drohne KP32L ĂŒber mir. In meinem Helmdisplay erschien eine VerknĂŒpfung direkt zu den Befehlen der Drohne. Dann nickte mir 9308 zu und marschierte in Richtung unseres Hubs zurĂŒck. Ich hatte ehrlich gesagt mit mehr Widerstand gerechnet. Vielleicht hatte ich insgeheim gewĂŒnscht, er hĂ€tte es mir dennoch ausgeredet. Schließlich hing ich an meinem Leben, auch wenn es auf Grund dieser katastrophalen Umweltbedingungen nicht gerade lebenswert war. Ich war so sauer auf meine Vorfahren. Diese hatten genug Vorzeichen des katastrophalen Ausmaßes gehabt. Aber diese wurden ĂŒber die wirtschaftlichen Interessen gestellt. Und ich war jetzt ein Teil der Generation die diese Fehlentscheidungen ausbaden mussten. Ich war es meinem Opa und den Generationen danach schuldig, das Risiko einzugehen und die Probe zu finden. Mit etwas weniger weichen Knien ging ich in die Richtung, die mir meine FußgĂ€ngernavigation anzeigte. Die Drohne KP32L folgte mir leise surrend.

Nachdem ich eine Weile ging, entschied ich mich, meinen Kompagnon nĂ€her kennenzulernen. Ich rief die VerknĂŒpfung in meinem Helmdisplay auf. Sofort erschien ein MenĂŒ verschiedenster Befehle. Da ich nicht alles per Armband-Tastatur tippen wollte, aktivierte ich die Sprachsteuerung. Ich wollte nicht die Drohne stĂ€ndig KP32L rufen. Ich gab ihr einen Namen: Steve.

„Hey Steve, irgendwelche Hindernisse voraus?“ fragte ich.

„Einen Augenblick, ich scanne.“ Dann surrte sie kurz voraus und kam schnell wieder. „Es befinden sich einige kleiner Krater und instabiler Boden, der evtl. nachgeben könnte. Ich berechne eine alternative Route, Mitarbeiter 4314.“

„Du kannst mich ruhig Alvin nennen. Wird das unsere bisherige Reisezeit deutlich verringern?“

„In Ordnung Alvin. Die Route wird bisher lediglich um 2,3 Minuten verzögert. Allerdings muss ich Sie warnen. Falls sie von dem Zielpunkt zur Basis zurĂŒckkehren wollen, mĂŒssten sie ihr Atmung etwas verflachen und dĂŒrften sich nur 3,46 Minuten dort aufhalten.“

„Ich danke Dir Steve. Das hat mein Kollege 9308 auch schon erwĂ€hnt. Entschuldige die schnelle Atmung. Ich bin ein wenig nervös.“

„Soll ich etwas Musik zu ihrer Beruhigung abspielen? Nach ihrem Benutzerprofil hören Sie gerne zu ihrer Beruhigung Metal aus dem 20. Jhd. Wie wĂ€re es mit Slayer?“

Faszinierend, was diese Drohne so alles ĂŒber mich wusste: „Ja, sehr gern.“

Die Playlist wurde gestartet. Und tatsĂ€chlich. Meine Atmung wurde flacher. Ich entspannte mich. Mein neuer Freund Steve blendete in meinem Helm seine Ansicht mit WĂ€rmebild-Signaturen ein. So konnte ich dank ihm das GelĂ€nde, welches vor mir lag, erkunden. So war es mir ein leichtes, den Hindernissen wie Kratern, Erdlöchern oder Treibsand auszuweichen. Ein Wahnsinn, dass meine Vorfahren Fracking betrieben. Fracking war die bescheuerte Idee meiner Vorfahren, Giftstoffe in den Boden zu pumpen, dass sich die damals fĂŒr die Wirtschaft entscheidende Rohstoffe schneller und effektiver abpumpen ließen. Anschließend wunderten Sie sich, dass der Boden nachgab und nach und nach Dörfer verschluckte.

Der Rest des Weges verlief mĂŒhelos. Ich konnte mich Dank der Musik wirklich ein wenig entspannen und meine Atmung verlangsamen, welches sich positiv auf die Sauerstoffanzeige auswirkte. Dennoch war die Anzeige fĂŒr den voraussichtlichen Verbrauch fĂŒr eine RĂŒckkehr zum Hub wirklich bedenklich. Die Warnmeldungen bzgl. dessen hatte ich abgeschaltet, um meine Nerven zu schonen. Die Drohne Steve meldete sich mit einem akustischen Signal. Ich machte die Musik aus.

„Ja Steve, was gibt’s?“

„Wir haben in wenigen Minuten das Ziel erreicht. Wir mĂŒssen auf eine leichte Anhöhe. Das markierte Objekt befindet sich in einer Höhle.“

„Kannst Du schon erkennen was es ist?“

„Bedaure nein, die Tiefenscans sind auf Grund von Erzvorkommnissen im Gestein nicht möglich. Soll ich vorrausfliegen und es innerhalb der Höhle erneut versuchen?“

„Das ist eine gute Idee. Das erspart uns Zeit. Ich komme nach. Du kannst ja dann auf dem Höhleneingang warten.“

„Wie Sie es wĂŒnschen, Alvin.“

Damit surrte die Drohne voraus und verschwand hinter der felsigen Anhöhe. Die Anhöhe war sehr steil. BuchstĂ€blich erschwerend kam noch das Gewicht des Schutzanzuges hinzu. Ich ĂŒberlegte kurz, die eingebauten HilfsdĂŒsen zu verwenden, hatte aber bedenken, dass die austretenden Gase aus den Rissen im Boden entzĂŒndlich sein könnten und ich mich oder schlimmer noch das einzige ĂŒberlebende Erbmaterial der Flora und Fauna verbrennen konnte. Es half nichts … ich musste mich nach oben schleppen. Dadurch verbrauchte ich natĂŒrlich auch mehr Sauerstoff. Aber es ließ sich nicht Ă€ndern. Nur noch wenige Meter waren vor mir. Nur nicht abrutschen dachte ich. Geschafft. Endlich erreichte ich die felsige Anhöhe. Ich sah den Höhleneingang. Ich funkte Steve an.

„Steve, ich bin am Eingang. Wo bist Du?“ Es war nur Rauschen im Funk zu hören. Vielleicht lag es an den Mineralien im Gestein die nicht nur den Scan, sondern auch den Funk erschwerten. Vorsichtig betrat ich die dunkle Höhle. Ich aktivierte die Scheinwerfer im Helm. Je tiefer ich in die Höhle eindrang, desto feuchter wurden die Felsen. Voller Hoffnung scannte ich die NĂ€sse. Als ich das Ergebnis sah, konnte ich es kaum glauben. Ich wiederholte die Scans. Die Feuchtigkeit besaß nahezu keine SĂ€ure. Der ansonsten tödliche Regen schien hier in der Höhle nahezu reingewaschen zu werden. Vielleicht konnte dadurch eine Pflanze ĂŒberleben. Aber sie musste irgendwie konserviert sein, denn wie sollte ein Baum in dieser Dunkelheit gedeihen? Ich rief erneut Steve ĂŒber Funk. Keine Reaktion. Aber ich hatte wieder ein schwaches Signal. Sowohl von Steve als auch von dem Erbmaterial. Ein Blick auf den Sauerstoffgehalt setzte mir zu. Wenn ich den Hub wieder erreichen wollte, hatte ich nur noch 3 Minuten, die Probe einzusammeln und den RĂŒckweg anzutreten. Ich musste jetzt auf volles Risiko gehen. Ich rannte immer tiefer in die Höhle hinein. Die Batterien der Scheinwerfer waren wenigstens voll aufgeladen, so dass diese mich auf Grund des mangelnden Sauerstoffgehaltes um LĂ€ngen ĂŒberleben wĂŒrden. Ich lief buchstĂ€blich um mein Leben. Überall verwinkelte Gassen, die mich immer tiefer fĂŒhrten. Ich erinnerte mich an einen alten Film, den mir mein Opa immer gezeigt hatte. Der Held des Films, ein gewisser Indiana Jones begab sich auch immer an gefĂ€hrliche Orte, um einen Schatz zu entdecken. So fĂŒhlte ich mich gerade auch. Die Neugier und der Mut fĂŒhrten mich an, dennoch hatte ich das GefĂŒhl, dass ich bald eine Falle auslösen und von einem großen ballförmigen Stein verfolgt werden wĂŒrde. Kurz vor der letzten Biegung sah ich ein helles Leuchten. Ich blieb stehen und schaute vorsichtig um die Ecke. Ein strahlender Glanz ließ mich meine Augen abrupt schließen. Die Scheinwerfer an meinem Anzug schalteten sich auf Grund der plötzlich eintretenden Helligkeit automatisch aus. Als sich meine Augen langsam an das Helle gewöhnt hatten, konnte ich nicht glauben, was ich sah.

Die Höhle war ĂŒber und ĂŒber mit riesigen Kristallen versehen. Diese schienen durch irgendeine entferne Öffnung das Sonnenlicht direkt in diese Höhle zu ĂŒbertragen. Die Kristalle bildeten einen Kreis. Im Zentrum dieses Komplexes stand ein gigantisch großer Laubbaum. Solch‘ ein riesiges Exemplar hatte ich bisher nur in der holografischen Projektion meines Opas oder in Filmen gesehen. Es war ĂŒberwĂ€ltigend. Mir stockte er Atem. Atem – wie konnte das sein? Wie konnte dieser Baum in der giftigen AtmosphĂ€re existieren!? Die Kristalle versorgten ihn mit gefiltertem Sonnenlicht und die Minerale in den WĂ€nden filterten den sauren Regen. So konnte dieser Baum gedeihen. Das waren alles wilde Spekulationen, aber so musste es sein. Schade, dass ich so wenig Zeit hatte. Ich hĂ€tte gerne Untersuchungen durchgefĂŒhrt. Aber falls ich den RĂŒckweg schaffen oder sie mich hier finden wĂŒrden, konnten unsere Wissenschaftler diesen Ort untersuchen. Dieser Ort bedeutete Hoffnung. Die Interferenzen waren leider zum Funken immer noch zu stark. Aber vielleicht konnte ich hier drin Steve erreichen.

„Steve bitte kommen, wo bist Du?“

Ich erhielt keine Antwort. Nach den Anzeigen in meinem Display war er aber noch intakt. Ich aktivierte an meinem Tastaturenarmband den RĂŒckholbefehl. Damit sollte er zu mir kommen.

Egal, ich durfte keine Zeit verlieren. Ich musste eine Probe nehmen und von hier verschwinden. Nervös kramte ich aus meiner Seitentasche das Skalpell und das Reagenzglas hervor. EhrfĂŒrchtig ging ich zum Baum. Behutsam hob ich ein StĂŒck Rinde hervor und entnahm die Probe es Stammes. Die Scans zeigte hervorragendes Erbmaterial. Mit meine SteuerungsdĂŒsen flog ich ein StĂŒck empor und sammelte eine weitere Probe in Form eines Blattes. Schließlich landete ich sanft und nahm noch ein wenig Moos mit. Mehr ReagenzglĂ€ser hatte ich nicht bei mir. Behutsam verstaute ich alles. Ich hoffte die Polsterung in meiner Tasche reichte aus um diesen Schatz sicher in den Hub zu bringen.

Gerade als ich den RĂŒckweg antreten wollte hörte ich ein vertrautes Summen hinter mir. Freudig drehte ich mich um:

„Steve, da bist Du ja endlich. Wo warst Du denn alter Freund?“

Steve sah merkwĂŒrdig angeschlagen aus. Anscheinend tat ihm die von den Mineralien verĂ€nderte Feuchtigkeit in diesen Höhlen nicht gut. Seine Legierung schien durchfressen zu sein. MerkwĂŒrdig, auf sauren Regen war Steve vorbereitet, aber dieses Klima in der Höhle machte ihm zu schaffen. Die AußenhĂŒlle war stark korrodiert. Es waren hie und da grausame rostige Stellen zu erblicken und an den Seiten war bereits ein Loch, das den Blick auf seine Platinen freigab. Anscheinend kam noch ein Steinschlag o. Ă€. hinzu.

„Armer Steve“ sagte ich zu ihm. „Das bekommen wir wieder hin. Aber jetzt mĂŒssen wir zum Ausgang.“

Ich ging auf ihn zu. Anscheinend war sein Sprachmodul betroffen. In meinem Display erschien von ihm die Meldung Gefahr. Er aktivierte seine Verteidigungssysteme. Erschrocken sah ich mich um. War es möglich, dass ein mutiertes gefĂ€hrliches Tier im Hintergrund auf mich lauerte? Aber ich konnte nichts sehen. Ich drehte mich zu ihm um: „He Steve, was hast Du?“

Dann sah ich im Display meines Helmes, wen er in seiner Zielerfassung hatte. Das war ich!

„He Steve, was machst Du da?“ Beschwichtigend hob ich die HĂ€nde. „Ich bin’s doch!“

Anscheinend war der Schaden in seinen Systemen so groß, dass er mich als Bedrohung einstufte.

Vorsichtig ging ich die Befehle durch. „Oh Steve, es tut mir leid.“ Ich sank vorsichtig meine HĂ€nde und gab auf der Tastatur den Befehl zur Abschaltung meiner Drohne ein. Auf dem Display stand: „Sind sie sicher?“ Doch ehe ich die Eingabe beenden konnte, sah ich bereits das Geschoß auf mich zufliegen.

Ich schloss die Augen. Ich spĂŒrte den Flug der Rakete. Doch sie sauste an mir vorbei. Gott sei Dank schien auch die Zielerfassung defekt. Sie schlug hinter mir mit einem ohrenbetĂ€ubenden LĂ€rm ein. Meine Ohren klingelten. Der Schmerz blieb aus, aber wahrscheinlich war dies der Schock. Erneut wollte ich den Befehl bestĂ€tigen und zum Ausgang rennen. Meinem Beitrag zur Rettung der Menschheit so nah … doch der Einschlag hatte folgen. Die Höhle bebte. Felsen krachten hernieder. Kristalle zerbersteten. Ich hörte den Baum knacken. Auch er blieb von den herabstĂŒrzenden Felsbrocken nicht verschont. Ich rannte zum Ausgang. Dank der Navigation in meinem Display war es mir ein leichtes den Weg zurĂŒckzufinden. Ich floh mit aller Kraft durch die HöhlengĂ€nge. Überall fielen Steinbrocken hernieder. Dieses Tunnelsystem war sehr instabil. Meine Lungen brannten vor Anstrengung. Doch ich wusste dass mein Stillstand den Tod fĂŒr mich und dem Scheitern der Mission bedeutet hĂ€tte. Da, nur noch wenige Meter. Ich konnte den Ausgang bereits erblicken. Ich geriet ins Stolpern. Verdammt, dies wĂŒrde meinen Tod bedeuten und ich und die lebensspendende Probe wĂ€ren unter diesem Geröll verloren. Ich schlug hart auf dem Boden auf. Irgendetwas knackte. Mein Helmdisplay beschlug. Ich hörte ĂŒber mir einen gigantischen Felsbrocken herabstĂŒrzen. Schnell aktivierte ich die SteuerungsdĂŒsen. Ich gab vollen Schub. Auf dem Boden schleifend schoss ich aus dem Höhleneingang hinaus. Um wenige Millimeter verfehlte mich der riesige Stein und versiegelte den Höhleneingang. Noch ehe ich den Schub abbremsen konnte, segelte ich ĂŒber das Ziel hinaus und fiel in die Tiefe. Ich versuchte mich in der Luft zu drehen. Erneut aktivierte ich die DĂŒsen um den Fall zu bremsen, ich schlug hart auf. Meine Beine knackten. Trotz des Schockzustandes verspĂŒrte ich riesige Schmerzen. Nun gab das Visier des Helms vollends nach und die Scheibe zerbrach. Die giftigen Gase der AtmosphĂ€re strömten in meine Lungen ein. Sie brannten. Alles schmeckte so metallisch. Ich spĂŒrte, wie ich Blut zu wĂŒrgen und spucken begann. Schließlich war mein Organismus gnĂ€dig und ich verlor das Bewusstsein. Dennoch hatte ich ein LĂ€cheln auf den Lippen. Sie wĂŒrden mich anhand des Peilsenders im Anzug finden und die Probe retten. Sie konnten von Mission Control geholt werden, viele BĂ€ume fĂŒr die Sauerstoffversorgung zĂŒchten können und sich im All aufmachen, einen bewohnbaren Planeten finden. Es musste einfach so kommen.

Kurz bevor ich das Bewusstsein verlor, spĂŒrte ich, wie jemand meine Hand nahm. Es war mein Opa. Er half mir beim Aufstehen, lĂ€chelte mich an und meinte: „Komm Alvin. Hast Du Lust auf einen Waldspaziergang?“ Ich sah uns beiden von der Ferne zu, wie wir genĂŒsslich ĂŒber grĂŒne Wiesen liefen. Wie wir auf einen Feldweg trafen. Wie wir in einen Waldweg einbogen und die gesunde Luft einatmeten. Der Geruch von feuchtem Moos lag in der Luft. Am Wegesrand befanden sich Beeren. Die Vögel zwitscherten und Bienen summten.

Als das Außen-Team meinen Leichnam fand, sahen sie in ein zufriedenes, glĂŒckliches Gesicht. Zu ihrer Überraschung entdeckten sie auch die exzellent erhaltene Probe. Einer der Arbeiter hatte das erste Mal einen heiteren Klang in seiner Stimme als er ins FunkgerĂ€t sprach: „Mission Control, hier Mitarbeiter 9308, ihr glaubt nicht was wir gefunden haben…“

#Buchtipp Todfreunde: Ein Gregory A. Duncan Fall

Inhalt

Erster Roman der GREGORY A. DUNCAN Reihe

Gregory A. Duncan war Colonel des terranischen Flottengeheimdienstes – bis man ihn nicht mehr brauchte. Jetzt schlĂ€gt er sich mehr schlecht als recht als Privatdetektiv durch. Im 39. Jahrhundert sind die Gegner jedoch keine kleinen Kriminellen, sondern technisch hochgerĂŒstete Verbrecher oder Aliens. Und die Spielwiese ist nicht der Dschungel einer Großstadt, sondern die gesamte Galaxis.

Die Leiche eines Aoree vor der HaustĂŒr, eine Spezies, mit der man sich vor Kurzem noch im Krieg befand, stĂŒrzt Duncan in einen Strudel mörderischer Ereignisse. Was zunĂ€chst nach einem Racheakt an ihm aussieht, er gilt bei den Aliens als Kriegsverbrecher, stellt sich schnell als eine Verschwörung heraus, die nicht nur sein Leben, sondern die gesamte Terranische Föderation bedroht.

[Zu meiner Rezension …]

Morgen zum Tag der Deutschen Einheit 2012: Gnom, unser kostenlos!

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

da morgen der Tag der Deutschen Einheit ist, biete ich zur Feier des Tages mein eBook „Gnom, unserkostenlos an. – Aber nur morgen den 03.10.2012 – den Tag der deutschen Einheit 2012.

Gnom, unser kostenlos am Tag der Deutschen Einheit 2012

Anschließend kostet es wieder den regulĂ€ren Preis.

Liebe GrĂŒĂŸe und viel Spaß beim Lesen wĂŒnscht

Tobias Schindegger 🙂

Der Roman „Gnom, unser“ wurde als eBook veröffentlicht

Hallo liebe Leserinnen und Leser, Förderinnen und Förderer, Freundinnen und Freunde, etc. …

Der Roman „Gnom, unser“ wurde soeben als eBook veröffentlicht! 🙂

Man kann auf Amazon einen Blick ins Buch werfen bzw. eine Leseprobe auf sein Kindle bzw. seine kostenlose Kindle-App bzw. seine kostenlose Kindle-Software herunterladen, ehe man sich zu einem Kauf entschließt.

Sollte das eBook ĂŒber die Links auf dieser Homepage gekauft werden,  kommt die Verkaufsprovision (des Amazon-Partner-Programmes) Projekten auf bildungsspender.de zu Gute.

Jetzt wĂŒnsche ich Ihnen so viel Spaß beim Lesen, wie ich beim Schreiben hatte … 😉

Liebe GrĂŒĂŸe,

Tobias Schindegger 🙂