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Der Wald vor lauter Bäumen nicht (Kurzgeschichte)

ORT: Karpaten, irgendwo an der Grenze zwischen Rumänien und der Ukraine

„Mein Auto fährt auch ohne Wald“ gluckste ich, Arbeiter 4314 genannt Alvin.

MĂĽrrisch sah mich mein Kollege an. Da er nicht weiter reagierte, redete ich einfach weiter.

„Kaum zu glauben, dass die frĂĽher solche SprĂĽche auf ihre Autos geklebt haben. Wobei, sie hatten recht. Die damaligen Autos fuhren tatsächlich ohne Wald. Erst fuhren sie mit Verbrennungsmotoren, später mit Strom, den sie allerdings aus Kohle- und Atomkraft gewonnen hatten.“

„Immerhin fuhren Sie!“ murrte mein Kompagnon, auf dessen Schutzanzug die 9308 stand zurĂĽck.

„Das ist richtig. Aber irgendwann hatten sie so viele Fahrzeuge, dass sie nicht mehr wussten wohin, da sich alles auf den StraĂźen staute. AuĂźerdem begann nach und nach der Smog. Auf Grund der zunehmenden Lungenerkrankungen Ende des 21. Jahrhunderts konnten einige ĂĽberhaupt nicht mehr aus ihren Wohnungen raus.“

Schweigend gingen wir beide über die verdorrte Landschaft der Karpaten. Einst ein stolzes Hochgebirge Europas mit beeindruckenden, fruchtbaren Flusstälern. Jetzt sah man überall nur den Tod. Ohne unsere Schutzanzüge mit Helm, Filtern und künstlicher Sauerstoffversorgung würden wir keine 5 Minuten überleben können. Während wir schwiegen, konnte man dennoch unser schweres Atmen in der Funkverbindung hören. Über uns am Himmel, wo einst die Sonne schien, der Regen nicht tödlich war und vereinzelt Vögel flogen, schwirrten jetzt nur noch Drohnen. Und sie alle hatten nur ein Ziel. Sie wollten Überbleibsel von Bäumen finden. Jede noch so kleine lebendige Zelle brauchten wir. Und zwar dringend. Mission Control benötigte sie.

Letzten Monat waren wir in einem größeren Außentrupp gewesen. In der Nähe der ehemals nordeuropäischen Nadelwaldregion, welches weite Teile von Fennoskandiens umschließt. Dort, wo einst Kiefern, Fichten und Birken wuchsen. Ich erinnerte mich. Als Kind hatte ich mit meinem Opa oft in der holografischen Projektion Spaziergänge gemacht. Mein Opa, der die Wälder noch in echt erlebt hatte meinte, die Luft und die Gerüche wären viel intensiver gewesen, als es mit unseren knappen Luftvorräten und künstlich erzeugten Waldaromen hätte je erzeugt werden können. Ich konnte mir das gar nicht vorstellen, denn ich kenne von klein auf nur den künstlichen Sauerstoff. Aber ich wünschte, ich hätte meinem Opa, bevor er starb, noch einmal einen echten gesunden Wald zeigen können.

Von der stolzen nordeuropäischen Nadelwaldregion war nur noch die hĂĽgelige Landschaft ĂĽbrig. Wir hatten nichts gefunden. Jetzt hier in den Karpaten war unsere letzte Hoffnung. Wir hatten bereits ĂĽberall in Europa gesucht. Die amerikanischen und russischen Teams hatten bereits aufgegeben. Sie hatten sich in ihrer Basis verschanzt und warteten auf Mission Control, dass diese sie endlich aus dem All abholten und sich in ihrer Arche auf den Weg machten, in einem anderen Sonnensystem einen erdähnlichen Planeten zu finden. Welch‘ aussichtslose Situation. Die Sauerstoffressourcen waren viel zu knapp. Daher die Idee, kĂĽnstliche Wälder anzulegen, die sie ĂĽber viele Generationen hinweg in der Arche mit Sauerstoff versorgten. Es war buchstäblich ein dĂĽnner Grashalm, an dem sie sich klammerten.

Mein Kollege 9308 meldete sich ĂĽber Funk: „Eine Drohne hat etwas in ca. 100 Metern Entfernung von hier entdeckt. Warte, ich schicke es Dir in Dein Helmdisplay rĂĽber!“

Tatsächlich, eine der Drohnen hatte eine biologische Signatur aufgefangen, die dem lebenden Organismus eines Baumes recht nahe kam. Uns genĂĽgten nur wenige Zellen um einen Baum mit Hilfe der anderen Proben auf der Arche zu klonen. Mein Herz raste wie wild. Hoffnung keimte in mir auf. Ich lieĂź die Navigationssoftware die schnellste Route berechnen, da meldete sich mein Kollege 9308 erneut: „Wir mĂĽssen morgen gehen. Lass uns zur Basis zurĂĽckkehren.“

„Um Himmels willen wieso? Wir haben doch darauf so lange gewartet!“

„Sauerstoff reicht nicht.“

„Was?“ Ich ging die Daten durch. Mist, er hatte recht.

„Sauerstoff reicht nur fĂĽr Hinweg. FĂĽr RĂĽckweg zu knapp!“

„Aber es könnte gehen. Du gehst zurĂĽck zu unserer Basis, tankst Deinen Sauerstoff und den eines Ersatzkanisters auf und holst mich ab!“

„Das ist gegen die Vorschrift. Mindestens zwei Mitarbeiter bei AuĂźenmissionen.“

„Du verstehst nicht. Ich muss da hin. Bis morgen könnten die Zellen abgestorben sein. Ich lasse mich von einer der Drohnen begleiten. Die kann mögliche Gefahren abchecken und meinen Gesundheitszustand analysieren. Wenn irgendetwas sein sollte, holst Du mich ab. AnschlieĂźend löschen wir das letzte Protokoll und Mission Control bekommt nichts von dem RegelverstoĂź mit. Wir können Sie sowieso erst in 12 Stunden wieder kontaktieren.“

Mein Kollege 9308 schwieg eine Weile. Scheinbar wägte er ab. Dann meinte er: „Gut. Machen wir es so. Gebe Dir Drohne KP-32L mit.“ Er gab etwas ĂĽber die Armbandtastatur seines Anzuges ein. SchlieĂźlich bemerkte ich das Schwirrgeräusch und den Schatten der Drohne KP32L ĂĽber mir. In meinem Helmdisplay erschien eine VerknĂĽpfung direkt zu den Befehlen der Drohne. Dann nickte mir 9308 zu und marschierte in Richtung unseres Hubs zurĂĽck. Ich hatte ehrlich gesagt mit mehr Widerstand gerechnet. Vielleicht hatte ich insgeheim gewĂĽnscht, er hätte es mir dennoch ausgeredet. SchlieĂźlich hing ich an meinem Leben, auch wenn es auf Grund dieser katastrophalen Umweltbedingungen nicht gerade lebenswert war. Ich war so sauer auf meine Vorfahren. Diese hatten genug Vorzeichen des katastrophalen AusmaĂźes gehabt. Aber diese wurden ĂĽber die wirtschaftlichen Interessen gestellt. Und ich war jetzt ein Teil der Generation die diese Fehlentscheidungen ausbaden mussten. Ich war es meinem Opa und den Generationen danach schuldig, das Risiko einzugehen und die Probe zu finden. Mit etwas weniger weichen Knien ging ich in die Richtung, die mir meine FuĂźgängernavigation anzeigte. Die Drohne KP32L folgte mir leise surrend.

Nachdem ich eine Weile ging, entschied ich mich, meinen Kompagnon näher kennenzulernen. Ich rief die Verknüpfung in meinem Helmdisplay auf. Sofort erschien ein Menü verschiedenster Befehle. Da ich nicht alles per Armband-Tastatur tippen wollte, aktivierte ich die Sprachsteuerung. Ich wollte nicht die Drohne ständig KP32L rufen. Ich gab ihr einen Namen: Steve.

„Hey Steve, irgendwelche Hindernisse voraus?“ fragte ich.

„Einen Augenblick, ich scanne.“ Dann surrte sie kurz voraus und kam schnell wieder. „Es befinden sich einige kleiner Krater und instabiler Boden, der evtl. nachgeben könnte. Ich berechne eine alternative Route, Mitarbeiter 4314.“

„Du kannst mich ruhig Alvin nennen. Wird das unsere bisherige Reisezeit deutlich verringern?“

„In Ordnung Alvin. Die Route wird bisher lediglich um 2,3 Minuten verzögert. Allerdings muss ich Sie warnen. Falls sie von dem Zielpunkt zur Basis zurĂĽckkehren wollen, mĂĽssten sie ihr Atmung etwas verflachen und dĂĽrften sich nur 3,46 Minuten dort aufhalten.“

„Ich danke Dir Steve. Das hat mein Kollege 9308 auch schon erwähnt. Entschuldige die schnelle Atmung. Ich bin ein wenig nervös.“

„Soll ich etwas Musik zu ihrer Beruhigung abspielen? Nach ihrem Benutzerprofil hören Sie gerne zu ihrer Beruhigung Metal aus dem 20. Jhd. Wie wäre es mit Slayer?“

Faszinierend, was diese Drohne so alles ĂĽber mich wusste: „Ja, sehr gern.“

Die Playlist wurde gestartet. Und tatsächlich. Meine Atmung wurde flacher. Ich entspannte mich. Mein neuer Freund Steve blendete in meinem Helm seine Ansicht mit Wärmebild-Signaturen ein. So konnte ich dank ihm das Gelände, welches vor mir lag, erkunden. So war es mir ein leichtes, den Hindernissen wie Kratern, Erdlöchern oder Treibsand auszuweichen. Ein Wahnsinn, dass meine Vorfahren Fracking betrieben. Fracking war die bescheuerte Idee meiner Vorfahren, Giftstoffe in den Boden zu pumpen, dass sich die damals für die Wirtschaft entscheidende Rohstoffe schneller und effektiver abpumpen ließen. Anschließend wunderten Sie sich, dass der Boden nachgab und nach und nach Dörfer verschluckte.

Der Rest des Weges verlief mĂĽhelos. Ich konnte mich Dank der Musik wirklich ein wenig entspannen und meine Atmung verlangsamen, welches sich positiv auf die Sauerstoffanzeige auswirkte. Dennoch war die Anzeige fĂĽr den voraussichtlichen Verbrauch fĂĽr eine RĂĽckkehr zum Hub wirklich bedenklich. Die Warnmeldungen bzgl. dessen hatte ich abgeschaltet, um meine Nerven zu schonen. Die Drohne Steve meldete sich mit einem akustischen Signal. Ich machte die Musik aus.

„Ja Steve, was gibt’s?“

„Wir haben in wenigen Minuten das Ziel erreicht. Wir mĂĽssen auf eine leichte Anhöhe. Das markierte Objekt befindet sich in einer Höhle.“

„Kannst Du schon erkennen was es ist?“

„Bedaure nein, die Tiefenscans sind auf Grund von Erzvorkommnissen im Gestein nicht möglich. Soll ich vorrausfliegen und es innerhalb der Höhle erneut versuchen?“

„Das ist eine gute Idee. Das erspart uns Zeit. Ich komme nach. Du kannst ja dann auf dem Höhleneingang warten.“

„Wie Sie es wĂĽnschen, Alvin.“

Damit surrte die Drohne voraus und verschwand hinter der felsigen Anhöhe. Die Anhöhe war sehr steil. Buchstäblich erschwerend kam noch das Gewicht des Schutzanzuges hinzu. Ich ĂĽberlegte kurz, die eingebauten HilfsdĂĽsen zu verwenden, hatte aber bedenken, dass die austretenden Gase aus den Rissen im Boden entzĂĽndlich sein könnten und ich mich oder schlimmer noch das einzige ĂĽberlebende Erbmaterial der Flora und Fauna verbrennen konnte. Es half nichts … ich musste mich nach oben schleppen. Dadurch verbrauchte ich natĂĽrlich auch mehr Sauerstoff. Aber es lieĂź sich nicht ändern. Nur noch wenige Meter waren vor mir. Nur nicht abrutschen dachte ich. Geschafft. Endlich erreichte ich die felsige Anhöhe. Ich sah den Höhleneingang. Ich funkte Steve an.

„Steve, ich bin am Eingang. Wo bist Du?“ Es war nur Rauschen im Funk zu hören. Vielleicht lag es an den Mineralien im Gestein die nicht nur den Scan, sondern auch den Funk erschwerten. Vorsichtig betrat ich die dunkle Höhle. Ich aktivierte die Scheinwerfer im Helm. Je tiefer ich in die Höhle eindrang, desto feuchter wurden die Felsen. Voller Hoffnung scannte ich die Nässe. Als ich das Ergebnis sah, konnte ich es kaum glauben. Ich wiederholte die Scans. Die Feuchtigkeit besaĂź nahezu keine Säure. Der ansonsten tödliche Regen schien hier in der Höhle nahezu reingewaschen zu werden. Vielleicht konnte dadurch eine Pflanze ĂĽberleben. Aber sie musste irgendwie konserviert sein, denn wie sollte ein Baum in dieser Dunkelheit gedeihen? Ich rief erneut Steve ĂĽber Funk. Keine Reaktion. Aber ich hatte wieder ein schwaches Signal. Sowohl von Steve als auch von dem Erbmaterial. Ein Blick auf den Sauerstoffgehalt setzte mir zu. Wenn ich den Hub wieder erreichen wollte, hatte ich nur noch 3 Minuten, die Probe einzusammeln und den RĂĽckweg anzutreten. Ich musste jetzt auf volles Risiko gehen. Ich rannte immer tiefer in die Höhle hinein. Die Batterien der Scheinwerfer waren wenigstens voll aufgeladen, so dass diese mich auf Grund des mangelnden Sauerstoffgehaltes um Längen ĂĽberleben wĂĽrden. Ich lief buchstäblich um mein Leben. Ăśberall verwinkelte Gassen, die mich immer tiefer fĂĽhrten. Ich erinnerte mich an einen alten Film, den mir mein Opa immer gezeigt hatte. Der Held des Films, ein gewisser Indiana Jones begab sich auch immer an gefährliche Orte, um einen Schatz zu entdecken. So fĂĽhlte ich mich gerade auch. Die Neugier und der Mut fĂĽhrten mich an, dennoch hatte ich das GefĂĽhl, dass ich bald eine Falle auslösen und von einem groĂźen ballförmigen Stein verfolgt werden wĂĽrde. Kurz vor der letzten Biegung sah ich ein helles Leuchten. Ich blieb stehen und schaute vorsichtig um die Ecke. Ein strahlender Glanz lieĂź mich meine Augen abrupt schlieĂźen. Die Scheinwerfer an meinem Anzug schalteten sich auf Grund der plötzlich eintretenden Helligkeit automatisch aus. Als sich meine Augen langsam an das Helle gewöhnt hatten, konnte ich nicht glauben, was ich sah.

Die Höhle war ĂĽber und ĂĽber mit riesigen Kristallen versehen. Diese schienen durch irgendeine entferne Ă–ffnung das Sonnenlicht direkt in diese Höhle zu ĂĽbertragen. Die Kristalle bildeten einen Kreis. Im Zentrum dieses Komplexes stand ein gigantisch groĂźer Laubbaum. Solch‘ ein riesiges Exemplar hatte ich bisher nur in der holografischen Projektion meines Opas oder in Filmen gesehen. Es war ĂĽberwältigend. Mir stockte er Atem. Atem – wie konnte das sein? Wie konnte dieser Baum in der giftigen Atmosphäre existieren!? Die Kristalle versorgten ihn mit gefiltertem Sonnenlicht und die Minerale in den Wänden filterten den sauren Regen. So konnte dieser Baum gedeihen. Das waren alles wilde Spekulationen, aber so musste es sein. Schade, dass ich so wenig Zeit hatte. Ich hätte gerne Untersuchungen durchgefĂĽhrt. Aber falls ich den RĂĽckweg schaffen oder sie mich hier finden wĂĽrden, konnten unsere Wissenschaftler diesen Ort untersuchen. Dieser Ort bedeutete Hoffnung. Die Interferenzen waren leider zum Funken immer noch zu stark. Aber vielleicht konnte ich hier drin Steve erreichen.

„Steve bitte kommen, wo bist Du?“

Ich erhielt keine Antwort. Nach den Anzeigen in meinem Display war er aber noch intakt. Ich aktivierte an meinem Tastaturenarmband den RĂĽckholbefehl. Damit sollte er zu mir kommen.

Egal, ich durfte keine Zeit verlieren. Ich musste eine Probe nehmen und von hier verschwinden. Nervös kramte ich aus meiner Seitentasche das Skalpell und das Reagenzglas hervor. Ehrfürchtig ging ich zum Baum. Behutsam hob ich ein Stück Rinde hervor und entnahm die Probe es Stammes. Die Scans zeigte hervorragendes Erbmaterial. Mit meine Steuerungsdüsen flog ich ein Stück empor und sammelte eine weitere Probe in Form eines Blattes. Schließlich landete ich sanft und nahm noch ein wenig Moos mit. Mehr Reagenzgläser hatte ich nicht bei mir. Behutsam verstaute ich alles. Ich hoffte die Polsterung in meiner Tasche reichte aus um diesen Schatz sicher in den Hub zu bringen.

Gerade als ich den Rückweg antreten wollte hörte ich ein vertrautes Summen hinter mir. Freudig drehte ich mich um:

„Steve, da bist Du ja endlich. Wo warst Du denn alter Freund?“

Steve sah merkwürdig angeschlagen aus. Anscheinend tat ihm die von den Mineralien veränderte Feuchtigkeit in diesen Höhlen nicht gut. Seine Legierung schien durchfressen zu sein. Merkwürdig, auf sauren Regen war Steve vorbereitet, aber dieses Klima in der Höhle machte ihm zu schaffen. Die Außenhülle war stark korrodiert. Es waren hie und da grausame rostige Stellen zu erblicken und an den Seiten war bereits ein Loch, das den Blick auf seine Platinen freigab. Anscheinend kam noch ein Steinschlag o. ä. hinzu.

„Armer Steve“ sagte ich zu ihm. „Das bekommen wir wieder hin. Aber jetzt mĂĽssen wir zum Ausgang.“

Ich ging auf ihn zu. Anscheinend war sein Sprachmodul betroffen. In meinem Display erschien von ihm die Meldung Gefahr. Er aktivierte seine Verteidigungssysteme. Erschrocken sah ich mich um. War es möglich, dass ein mutiertes gefährliches Tier im Hintergrund auf mich lauerte? Aber ich konnte nichts sehen. Ich drehte mich zu ihm um: „He Steve, was hast Du?“

Dann sah ich im Display meines Helmes, wen er in seiner Zielerfassung hatte. Das war ich!

„He Steve, was machst Du da?“ Beschwichtigend hob ich die Hände. „Ich bin’s doch!“

Anscheinend war der Schaden in seinen Systemen so groĂź, dass er mich als Bedrohung einstufte.

Vorsichtig ging ich die Befehle durch. „Oh Steve, es tut mir leid.“ Ich sank vorsichtig meine Hände und gab auf der Tastatur den Befehl zur Abschaltung meiner Drohne ein. Auf dem Display stand: „Sind sie sicher?“ Doch ehe ich die Eingabe beenden konnte, sah ich bereits das GeschoĂź auf mich zufliegen.

Ich schloss die Augen. Ich spĂĽrte den Flug der Rakete. Doch sie sauste an mir vorbei. Gott sei Dank schien auch die Zielerfassung defekt. Sie schlug hinter mir mit einem ohrenbetäubenden Lärm ein. Meine Ohren klingelten. Der Schmerz blieb aus, aber wahrscheinlich war dies der Schock. Erneut wollte ich den Befehl bestätigen und zum Ausgang rennen. Meinem Beitrag zur Rettung der Menschheit so nah … doch der Einschlag hatte folgen. Die Höhle bebte. Felsen krachten hernieder. Kristalle zerbersteten. Ich hörte den Baum knacken. Auch er blieb von den herabstĂĽrzenden Felsbrocken nicht verschont. Ich rannte zum Ausgang. Dank der Navigation in meinem Display war es mir ein leichtes den Weg zurĂĽckzufinden. Ich floh mit aller Kraft durch die Höhlengänge. Ăśberall fielen Steinbrocken hernieder. Dieses Tunnelsystem war sehr instabil. Meine Lungen brannten vor Anstrengung. Doch ich wusste dass mein Stillstand den Tod fĂĽr mich und dem Scheitern der Mission bedeutet hätte. Da, nur noch wenige Meter. Ich konnte den Ausgang bereits erblicken. Ich geriet ins Stolpern. Verdammt, dies wĂĽrde meinen Tod bedeuten und ich und die lebensspendende Probe wären unter diesem Geröll verloren. Ich schlug hart auf dem Boden auf. Irgendetwas knackte. Mein Helmdisplay beschlug. Ich hörte ĂĽber mir einen gigantischen Felsbrocken herabstĂĽrzen. Schnell aktivierte ich die SteuerungsdĂĽsen. Ich gab vollen Schub. Auf dem Boden schleifend schoss ich aus dem Höhleneingang hinaus. Um wenige Millimeter verfehlte mich der riesige Stein und versiegelte den Höhleneingang. Noch ehe ich den Schub abbremsen konnte, segelte ich ĂĽber das Ziel hinaus und fiel in die Tiefe. Ich versuchte mich in der Luft zu drehen. Erneut aktivierte ich die DĂĽsen um den Fall zu bremsen, ich schlug hart auf. Meine Beine knackten. Trotz des Schockzustandes verspĂĽrte ich riesige Schmerzen. Nun gab das Visier des Helms vollends nach und die Scheibe zerbrach. Die giftigen Gase der Atmosphäre strömten in meine Lungen ein. Sie brannten. Alles schmeckte so metallisch. Ich spĂĽrte, wie ich Blut zu wĂĽrgen und spucken begann. SchlieĂźlich war mein Organismus gnädig und ich verlor das Bewusstsein. Dennoch hatte ich ein Lächeln auf den Lippen. Sie wĂĽrden mich anhand des Peilsenders im Anzug finden und die Probe retten. Sie konnten von Mission Control geholt werden, viele Bäume fĂĽr die Sauerstoffversorgung zĂĽchten können und sich im All aufmachen, einen bewohnbaren Planeten finden. Es musste einfach so kommen.

Kurz bevor ich das Bewusstsein verlor, spĂĽrte ich, wie jemand meine Hand nahm. Es war mein Opa. Er half mir beim Aufstehen, lächelte mich an und meinte: „Komm Alvin. Hast Du Lust auf einen Waldspaziergang?“ Ich sah uns beiden von der Ferne zu, wie wir genĂĽsslich ĂĽber grĂĽne Wiesen liefen. Wie wir auf einen Feldweg trafen. Wie wir in einen Waldweg einbogen und die gesunde Luft einatmeten. Der Geruch von feuchtem Moos lag in der Luft. Am Wegesrand befanden sich Beeren. Die Vögel zwitscherten und Bienen summten.

Als das AuĂźen-Team meinen Leichnam fand, sahen sie in ein zufriedenes, glĂĽckliches Gesicht. Zu ihrer Ăśberraschung entdeckten sie auch die exzellent erhaltene Probe. Einer der Arbeiter hatte das erste Mal einen heiteren Klang in seiner Stimme als er ins Funkgerät sprach: „Mission Control, hier Mitarbeiter 9308, ihr glaubt nicht was wir gefunden haben…“

Den Wald vor lauter Bäumen nicht | #Kurzgeschichte

Heute trage ich Euch meine Kurzgeschichte „Den Wald vor lauter Bäumen nicht“ vor. Die Vorgabe beim Schreiben war, etwas ĂĽber europäische Wälder und Veränderungen in der Umwelt zu schreiben. Ich wĂĽnsche Euch viel SpaĂź.NatĂĽrlich freue ich mich ĂĽber Likes, Daumen hoch, teilen, Kommentare, etc. …

Liebe Grüße, Tobias 🙂


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„Mit Papier und Bleistift ĂĽber die Wiesen“ | #Schreibwettbewerb

Aufruf zum 2. Schreibwettbewerb des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein

Nach der beeindruckenden Teilnahme schleswig-holsteinischer Schülerinnen und Schüler der 5. bis 7. Klassen am 1. Schreibwettbewerb 2017, mit überwältigenden 157 Beiträgen, ruft der Landesjagdverband nunmehr zu seinem 2. Wettbewerb auf.

Finanziert wird diese spannende Aktion dankenswerterweise von der Bingo! Umweltlotterie.

Um das Umweltbewusstsein und die Aktivität der jungen Generation zur Mitwirkung an der Gestaltung der Umwelt zu fördern, ist es notwendig, das Interesse der Kinder und Jugendlichen zu wecken und ihren Blick für diese Lebensbereiche zu schärfen.

Nicht zuletzt spielen die Umwelt und insbesondere auch der Wald eine groĂźe Rolle in der deutschen Literatur. Daher hat der Landesjagdverband in einem Pilotprojekt einen Literaturwettbewerb ausgeschrieben unter dem Motto „Mit Papier und Bleistift durch den Wald“. Mit diesem Wettbewerb wandte sich der Verband gezielt an SchĂĽlerinnen und SchĂĽler der 5. bis 7. Klassenstufen Schleswig-Holsteins.

Auch in unserem 2. Schreibwettbewerb, dieses Jahr mit dem Thema „Mit Papier und Bleistift ĂĽber die Wiesen“, können wieder sowohl die Arbeiten von ganzen Klassenverbänden, als auch Einzelbeträge, die das Ergebnis von Wettbewerben innerhalb einer Klasse waren, eingereicht werden. Wir freuen uns wieder ĂĽber fantasievolle Märchen, Kriminalgeschichten, Gedichte und Balladen, Elfchen oder spannende Kurzgeschichten. Einsendeschluss ist der 31.12.2019.

Ebenso wird abermals eine Jury alle eingereichten Beiträge aufmerksam lesen, viel diskutieren und die Preisträger küren.

Und natürlich darf auch die Prämierung der besten Werke nicht fehlen. Zu gewinnen gibt es für die besten drei Schulklassen eine Übernachtung im Erlebniswald Trappenkamp.

Wir freuen uns über eine lebhafte Teilnahme und sind schon sehr gespannt, welche Beiträge dieses Jahr präsentiert werden.

Ihre Ansprechpartnerin:

Sonja Graumann
Landesjagdverband Schleswig-Holstein e.V.
Böhnhusener Weg 6
24220 Flintbek

Tel.: 04347-9087-13
www.LJV-SH.de
schreibwettbewerb@ljv-sh.de


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Verleger-Ausschuss: Verzicht auf EinschweiĂźfolie schont die Umwelt | #Umwelt

Die Verunreinigung der Weltmeere durch Plastikabfälle ist eine drängende Herausforderung für den Handel. Die deutsche Verlagsbranche sollte verstärkt einen Beitrag zur Vermeidung von Plastikmüll leisten, so der Verleger-Ausschuss des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Das Gremium fordert Verlage dazu auf, Bücher ohne Einschweißfolien in den Handel zu geben.

„Angesichts der bedrohlichen Ausmaße, die die Verschmutzung unserer Meere und unserer Umwelt mit Plastikmüll annimmt, müssen wir als Branche handeln. Ein Großteil des Plastiks wird nicht recycelt, verschmutzt in hohem Maße die Weltmeere und führt zu einem massiven Tiersterben. Der Buchhandel hat die Abgabe von Plastiktüten bereits deutlich reduziert. Nun sind die Verlage gefordert. Wir appellieren an alle Verlage, bei Neuproduktionen soweit wie möglich auf Einschweißfolien zu verzichten“, sagt Nadja Kneissler, Vorsitzende des Verleger-Ausschusses des Börsenvereins.

Die deutschen Buchkäufer seien an die Einschweißfolie gewöhnt: Sie möchten ein originalverpacktes Buch mit nach Hause nehmen. „Dass ursprünglich der zum Buch gehörige Schutzumschlag die Funktion hatte, das Buch zu schützen, bis es zu Hause im Regal steht, ist in Vergessenheit geraten“, sagt Kneissler. „Wir bitten daher den Buchhandel, den Kunden die Hintergründe des Verzichts deutlich zu machen, um vermehrte Remissionen zu vermeiden.“

„Wir sind das einzige Land, das einen Großteil der Bücher in Plastikfolie eingeschweißt in den Handel bringt, das wollen wir ändern“, sagt Christian Schumacher-Gebler, Mitglied des Verleger-Ausschusses und CEO von Bonnier Media Deutschland. Einige Verlage, darunter die der Bonnier-Gruppe, Delius Klasing und Matthes & Seitz, haben angekündigt, ab Frühjahr 2019 weitestgehend auf Einschweißfolien zu verzichten.


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